Konjunktur

„Vor Jahresfrist“, erinnert sich Friedrich Wilhelm Wengeler, „sprachen wir von einem klemmenden Gaspedal und einem stotternden Motor. Im Jahr 2017 scheint die Wirtschaft im Ruhrgebiet nun einen Kickstart hinzulegen.“ Der Sprecher von „arbeitgeber ruhr“, der Arbeitsgemeinschaft von 17 regionalen Arbeitgeber- und Unternehmensverbänden in Bochum, Dortmund, Essen, Gelsenkirchen und Duisburg, die zusammen rund 2200 Unternehmen vertritt, stellte am Mittwoch (26. Juli) die Ergebnisse der gemeinsamen Frühjahrs-Konjunkturumfrage vor.

In der Gesamtwirtschaft meldeten 88 % der befragten Unternehmen eine befriedigende bzw. gute Geschäftslage (vor einem Jahr 75 %), 81 % meldeten gleichbleibend gute bzw. bessere Umsätze (Vorjahr 62 %). „Bei der Geschäftslage haben wir einen neuen Allzeit-Bestwert seit Beginn unserer Konjunkturumfrage im Jahr 2002. Allein das zeigt: Die Ruhr-Wirtschaft ist derzeit im Konjunktur-Hoch“, ordnet Friedrich Wilhelm Wengeler, Hattinger Unternehmer, die Ergebnisse ein.  77 % bzw. 78 % Positivmeldungen bei den Auftragseingängen aus dem In- und Ausland sowie 78 % Positivmeldungen bei den Erträgen runden das Bild ab.

Die Metall- und Elektroindustrie, schon fast traditionell der Gesamtwirtschaft an der Ruhr hinterher hinkend, folgt dem positiven Trend und hat gegenüber der Gesamtwirtschaft Boden gut gemacht. „Bei M+E sprechen wir von einer sehr heterogenen Branche mit entsprechend heterogenem Konjunkturbild. Wir haben viele Unternehmen, die sich über den positiven Trend freuen. Gleichzeitig sehen wir, wie einige Unternehmen trotz guter Voraussetzungen weiter zu kämpfen haben. Dies vor allem im Kraftwerks- und Bergbauzulieferbereich“, so Wengeler weiter.

Beispielhaft für den Aufholprozess ist der Anstieg der Positivmeldungen bei der Geschäftslage von 53 auf 75 % innerhalb eines Jahres. Ähnliches gilt für die Auftrags- und Umsatzzahlen. Auch die Erträge haben sich verbessert, jedoch mit weniger Positivanteil (67 %).

Konjunkturprognosen für das 2. Halbjahr 2017

Entsprechend positiv gestimmt gehen die Unternehmen im Ruhrgebiet auch das 2. Halbjahr 2017 an. In der Gesamtwirtschaft erwarten 87% gleichbleibend gute bzw. sogar bessere Geschäfte, in der M+E-Industrie immerhin 78 %. „Die weiteren Parameter deuten außerdem auf eine positive Auftragsentwicklung aus dem In- und Ausland hin und eine entsprechende Umsatzentwicklung“, sagt Friedrich Wilhelm Wengeler, der mit Blick auf die Investitionstätigkeit der Unternehmen dennoch vor Euphorie warnt.

„Zwar hat sich die Investitionsbereitschaft der Unternehmen sowohl in der Gesamtwirtschaft als auch in der M+E-Industrie gegenüber dem Vorjahr verbessert. Allerdings haben zum Beispiel in der M+E-Industrie nur 42 % der Unternehmen steigende oder zumindest gleichbleibend hohe Investitionen rückgemeldet (Gesamtwirtschaft 67 %). Das bedeutet für mich, dass den aktuell guten Konjunkturwerten noch nicht so recht getraut wird, um daraus langfristig wirkende Investitionen einzuleiten. Wir müssen den weiteren Jahresverlauf abwarten und hoffen, dass es sich angesichts der zunehmenden geopolitischen Risiken nicht bloß um ein Strohfeuer handelt“, so Wengelers Resümee.

Ruhr-Arbeitsmarkt stabil

Mit der Umfrage wurden auch Arbeitsmarkttrends erhoben. Erfreulich: Der sogenannte „Beschäftigungssaldo“ ist sowohl in der Gesamtwirtschaft (+31) als auch bei M+E (+11) einschließlich der Prognose für das Restjahr im Plus. Differenzierter das Bild auf dem Ausbildungsmarkt: Während aktuell sowohl in der Gesamtwirtschaft als auch in der M+E-Industrie vermehrt Ausbildungsplätze angeboten werden, scheinen sich die Unternehmen bei M+E angesichts der unklaren konjunkturellen Prognose etwas zurückzuhalten.

Die Pressemitteilung finden Sie hier als pdf-Dokument zum Download.  

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