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Ruhr-Konjunktur weiterhin auf der Überholspur

Die Ruhr-Wirtschaft befindet sich konjunkturell weiterhin auf der Überholspur: Das ist das Ergebnis der aktuellen Konjunktur-Umfrage von „arbeitgeber ruhr“, der Arbeitsgemeinschaft der Ruhrgebiets-Arbeitgeberverbände an den Standorten Bochum, Dortmund, Duisburg, Essen und Gelsenkirchen.

Der Sprecher von „arbeitgeber ruhr“ und Hattinger Unternehmer Friedrich-Wilhelm Wengeler äußerte sich auf der heutigen (13. Juli) Pressekonferenz denn auch sehr zufrieden.
„Seit Anfang 2017 haben wir anhaltend Spitzenwerte bei Geschäftslage, Beschäftigung und Geschäftserwartungen – das ist das bislang stabilste Konjunktur-Hoch seit Beginn unserer Umfragen vor 16 Jahren.
Auchdie Leitbranche unserer Region, die Metall- und Elektroindustrie, konnte ihren Rückstand zur Gesamtwirtschaft reduzieren und befindet sich aktuell im Aufschwung-Modus“, kommentierte Wengeler die aktuellen Umfrageergebnisse.
In der Gesamtwirtschaft meldeten 88 % der befragten Unternehmen eine gute bzw. befriedigende Geschäftslage. Das ist exakt derselbe Wert wie in den Umfragen vor einem und vor einem halben Jahr.
Bei Aufträgen, Umsätzen und Erträgen lagen die Positivmeldungen immerhin zwischen 74 % und 79 % und damit nur wenig niedriger als im Herbst 2017 (zwischen 77 % und 81 %).
Kein Licht ohne Schatten: Bei den Auslandsinvestitionen äußert sich nur eine Minderheit (46 %) positiv, bei den Inlandsinvestitionen (61 % Positivmeldungen) ist die Lage nur eingeschränkt optimistisch.
„Das zeigt uns, dass die Konjunktur-Party nicht unendlich dauern und es auch wieder schwächere Phasen geben kann“, so Wengelers Einschätzung. Die Metall- und Elektroindustrie an der Ruhr hinkt der  Gesamtwirtschaft zwar konjunkturell weiter hinterher, hat jedoch in der aktuellen Befragung Boden gutmachen können:
80 % Positivmeldungen bei der aktuellen Geschäftslage markieren den Bestwert seit sechs Jahren. Auch Aufträge und Umsätze können sich durchaus sehen lassen, hier liegen die Positivmeldungen zwischen 67 % und 76 %. Deutlich schwächer ist M+E bei den Erträgen (67 % Positivmeldungen gegenüber 74 % in der Gesamtwirtschaft) und bei den Inlands- und Auslandsinvestitionen (54 % bzw. 44 % Positivmeldungen
gegenüber 61 % und 46 % in der Gesamtwirtschaft).

Wengeler, selbst M+E-Unternehmer, sieht darin weiterhin eine Ausprägung der strukturellen Defizite der M+E-Industrie an der Ruhr, die häufig Zulieferer für schrumpfende oder ganz verschwindende Abnehmerbrachen wie Stahl, Kraftwerke und Bergbau sind. „Nicht alle Unternehmen profitieren von der anhaltenden allgemeinen Konjunktur-Sonne, viele haben am Weltmarkt mit Billig-Wettbewerb und zunehmendem Protektionismus zu kämpfen. Das dürfen wir nicht aus dem Auge verlieren bei dem Bemühen, Industrie-Beschäftigung in der Region zu halten“, mahnt Wengeler.

Prognosen für das 2. Halbjahr 2018
Zumindest für das laufende Jahr bleiben die Konjunkturprognosen sowohl in der Gesamtwirtschaft als auch bei M+E sehr positiv: 85 % bzw. 78 % Positivmeldungen sind gute Werte, die die Ergebnisse der Herbstumfrage 2017 (84 % bzw. 70 %) entweder treffen oder – wie bei M+E – sogar verbessern. Auch im Vorjahres-Vergleich (87 % bzw. 78 % Positivmeldungen) ist eine erfreuliche Stabilität auf hohem Niveau zu erkennen. „Angesichts der anhaltend guten Prognosewerte dürften wir die konjunkturelle Überholspur zumindest in diesem Jahr nicht verlassen“, kommentiert Wengeler dieses Ergebnis-Cluster. „Etwas Sorgen bereiten mir die nachlassenden Investitionsplanungen sowohl im In- als auch im Ausland. Aber das darf uns angesichts des immer unsicheren Umfeldes – Brexit, Handelsschranken, Krisenherde, um hier nur einige Parameter zu nennen – nicht verwundern“, so Wengeler weiter.

Ruhr-Arbeitsmarkt noch stabil
Von der anhaltend guten Konjunktur an der Ruhr profitiert derzeit auch der regionale Arbeitsmarkt: Der Beschäftigungs-Saldo in der Gesamtwirtschaft liegt bei +29 (Vorjahr: +31), bei M+E bei +17 (Vorjahr: +11), d.h. deutlich mehr Unternehmen planen Beschäftigungsaufbau statt -abbau.
Auch die Ausbildungssituation in den Unternehmen ist aktuell gut: in der Gesamtwirtschaft liegt der Saldo bei +11, bei M+E bei +10 (Vorjahr: +8 bzw. +5).
„Die Ruhr-Wirtschaft insgesamt und die regionale Metall- und Elektroindustrie befinden sich konjunkturell weiterhin auf der Überholspur, das ist mehr als erfreulich“, zieht Wengeler als Fazit.
„Auch wenn die Perspektiven – kurzfristig betrachtet – keine Bremsspuren erkennen lassen, müssen die Unternehmen gleichwohl stets wachsam für Marktveränderungen sein, um im Bedarfsfall rechtzeitig reagieren zu
können.
Mir selbst und meinen Unternehmerkollegen ist klar, dass es nicht permanent so gut weitergehen wird, deshalb ist für Euphorie kein Platz“, so Wengelers Fazit, der allerdings dafür plädiert, Mut und Entschlossenheit nicht zu verlieren.