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Lehrerbetriebspraktikum

Die Fort- und Weiterbildung der Lehrkräfte bildet einen Schwerpunkt der SCHULEWIRTSCHAFT-Arbeit.

Ziel des Praktikums ist es, Lehrer/-innen einen realistischen Einblick in Arbeits-, Wirtschafts- und Berufswelt zu vermitteln. Wir unterstützen Sie gerne bei der Suche nach einem Betrieb.

Hier eine Pressemeldung zum Betriebspraktikum von Christine Fresen bei der Hesse GmbH & Co. KG in Hamm:

"Die Tür schwingt auf, sofort steigt einem dieser spezielle Geruch in die Nase. Es riecht nach Öl, Wachs und Farben. Ein großes Wandregal mit vielen kleinen Dosen, Tübchen und  Fläschchen steht auf der rechten Seite, davor Arbeitsflächen mit einer feinen Waage, Pipetten und kleinen Glasbehältern. So sieht der Arbeitsplatz von Christine Fresen aus. Die 28-Jährige ist eigentlich Mathematik- und Chemie-Lehrerin an der Werner von Siemens-Schule in Bochum-Gerthe. Für eine Woche tauschte sie Klassenzimmer gegen Forschungslabor, tauschte sie Lehrertasche gegen Forscherkittel.

Eine Woche lang macht sich Christine Fresen auf nach Hamm, um bei der Hesse GmbH & Co. KG, einem der größten Hersteller von Lacken und Beizen für den Innenbereich in Europa, einen Blick hinter die Kulissen zu werfen. Ersten Kontakt knüpfte sie mit dem Geschäftsführer Hans J. Hesse bei einer Veranstaltung des Arbeitgeberverbandes Chemie Westfalen e.V., der sein Netzwerk zur Verfügung stellte und das Praktikum begleitete.

An Rezepturen getüftelt

Mit rotem Kittel, Schutzbrille und Handschuhen steht sie nun im Labor, und tüftelt gemeinsam mit Laborleiterin Beate Philipp an neuen Rezepturen für Holz-Pflegeöle. Alles natürliche und unbedenkliche Inhaltsstoffe. Wie Avocadoöl, Leinöl, Bienenwachs oder dem von der Lackschildlaus produzierten Schellack. „Auf die richtige Auswahl der Zutaten kommt es an“, weiß die studierte Chemikerin Christine Fresen mittlerweile. Ein Liter Grundöl für die Erstbehandlung von Holz, „Proterra Öl GE 110“, hat sie schon am zweiten Taggefertigt. Das „Holz anfeuern“ nennen die Experten das Hervorheben von Struktur und Farbe des Holzes, das beim   erstmaligen   Auftragen  des Öls entsteht. Mit prüfendem Blick begutachtet Christine Fresen in dem großen Anwendungstechnikum die bearbeiteten Holzstücke. Die Hölzer Eiche, Buche, Erle oder Nussbaum nehmen das Öl auf und entwickeln ganz individuelle - mal hellere, mal dunklere - Farbtöne. Ob Schlafzimmermöbel, Küchen, Wohnmöbel oder Bodenbeläge aus Holz, all diese Alltagsgegenstände werden schon vor dem Verkauf mit Öl behandelt. Auch da kann sie in Zukunft Qualitätsunterschiede erkennen.

„Es ist spannend, an neuen Produkten mitzuarbeiten und verschiedene Rezepturen zu testen“, ist Christine Fresen von ihrer Arbeit begeistert. Und weil sie an der Werner von Siemens-Schule auch die Garten-AG betreut, sagt sie: „Ich wittere schon eine neue Unterrichtsreihe. Holz ist da natürlich immer ein Thema.“ Die gewonnenen Eindrücke wird sie an ihre Schüler weitergeben. Denn: „Dieser Einblick in ein Unternehmen, wie es arbeitet, forscht und neue Produkte entwickelt, ist sehr wertvoll“, sagt Fresen, die die Begeisterung an ihre Schüler vermitteln möchte.

Eindrücke an Schülerinnen und Schüler weitergeben

Hans J. Hesse, Geschäftsführer der Hesse GmbH & Co. KG, erklärt sein Engagement: „Die Berufsorientierung ist ein wichtiges Thema an den Schulen. Wie es in der Industrie aber tatsächlich aussieht und zugeht, wissen die wenigsten Lehrer. Frau Fresen kann ihre Eindrücke nun weitergeben und ihre Schülerinnen und Schüler hoffentlich für eine Karriere in der Chemie motivieren. Gleichzeitig können wir nun besser einschätzen, welche Grundlagen bei potenziellen neuen Auszubildenden in der Schule gelegt werden. Der Austausch ist für beide Seiten gewinnbringend."