Mehr als jedes zweite Unternehmen bewertet seine aktuelle Geschäftslage lediglich als befriedigend oder schlecht. Gleichzeitig erwartet nur eine kleine Minderheit in den kommenden Monaten eine Verbesserung. Auch bei Auftragseingängen, Umsätzen und Erträgen überwiegen die negativen Einschätzungen deutlich. Die wirtschaftliche Unsicherheit bleibt hoch – und sie hinterlässt immer tiefere Spuren.
Besonders alarmierend ist der Blick auf die Investitionen. Drei von vier Unternehmen wollen ihre Investitionen im Inland nicht erhöhen oder sogar zurückfahren. Damit verliert der Wirtschaftsstandort Deutschland weiter an Dynamik. Auch am Arbeitsmarkt verschlechtert sich die Lage: Nur zwölf Prozent der Unternehmen planen zusätzliche Einstellungen, während rund jedes dritte Unternehmen mit einem Personalabbau rechnet. Die Krise erreicht damit zunehmend den Beschäftigungsmarkt.
Ein Lichtblick bleibt das Ausbildungsengagement der Unternehmen. Trotz der schwierigen Rahmenbedingungen hält die überwiegende Mehrheit an ihrer Ausbildung fest, 17 Prozent wollen ihr Angebot sogar ausbauen. Die Unternehmen übernehmen damit weiterhin Verantwortung für die Fachkräftesicherung – obwohl sich die wirtschaftlichen Bedingungen weiter verschlechtern. Als größte Belastungen nennen die Unternehmen die hohen Arbeitskosten, die anhaltend schwache Inlandsnachfrage, ausufernde Bürokratie, hohe Energiekosten sowie geopolitische Unsicherheiten.
„Die Unternehmen warten nicht auf neue Ankündigungen, sondern auf spürbare Verbesserungen. Wer jetzt Wachstum und Beschäftigung sichern will, muss Bürokratie konsequent abbauen, Unternehmen steuerlich entlasten, Energiepreise dauerhaft wettbewerbsfähig machen und Investitionen endlich wieder attraktiv machen. Unsere Umfrage zeigt deutlich: Die Geduld der Betriebe ist nahezu aufgebraucht. Wenn die angekündigten Reformen der Bundesregierung nicht schnell Wirkung entfalten, droht eine weitere Verschärfung der strukturellen Standortkrise“, sagte Lars Bergmann, Hauptgeschäftsführer der Arbeitgeberverbände Ruhr/Westfalen, am Dienstag in Bochum.
