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Wirtschaftliche Lage bleibt angespannt

Die konjunkturelle Lage im Mittleren Ruhrgebiet, dem Kreis Recklinghausen und in Westfalen bleibt angespannt. Dies ist das Ergebnis der aktuellen Konjunkturumfrage der Arbeitgeberverbände Ruhr/Westfalen, die ihre 420 Mitgliedsunternehmen zur aktuellen wirtschaftlichen Lage und den Prognosen für das 2. Halbjahr befragt haben.

Demnach bewerten fast ein Drittel der Unternehmen (31 %) ihre aktuelle Geschäftslage als kaum befriedigend bzw. schlecht. Sogar 45 % melden eine im Vergleich zu 2024 schlechtere Lage. Auch der Blick in die Zukunft ist getrübt: Lediglich 12 % der befragten Unternehmen erwarten in den kommenden sechs Monaten eine bessere Geschäftsentwicklung, während 51 % von gleichbleibend schlechter bzw. noch schlechterer Lage ausgehen. Besonders deutlich wird es beim Auftragseingang: fast 30 % der Unternehmen verzeichnen zurückgehende Aufträge  im Inland, während im Auslandsgeschäft 24 % von geringeren Aufträgen berichten. Auch die Umsätze im ersten Halbjahr 2025 entwickelten sich rückläufig. 60 % der befragten Unternehmen meldeten gleichbleibend schlechte bzw. schlechtere Umsatzzahlen als in 2024. Für die kommenden sechs Monate rechnen nur 15 % mit einer Belebung.

Die wirtschaftliche Belastung schlägt sich auch in den Erträgen nieder: 38 % der Unternehmen beurteilen ihre Ertragslage schlechter als im Vorjahr. Nur jedes zehnte Unternehmen konnte eine Verbesserung verzeichnen. Für das zweite Halbjahr erwarten nur 12 % eine Besserung. Diese Entwicklung schlägt sich auch in den Investitionsplanungen nieder: Nur 8 % planen Mehrausgaben, 30 % gehen von zurückgehenden Investitionen aus. Scheinbar hat diese sich verstetigende Entwicklung auch Auswirkungen auf die Personalplanungen: 31 % planen mit zurückgehenden Beschäftigtenzahlen, nur 10 % planen Neueinstellungen. Der Wert hat sich im Vergleich zum Vorjahr um 7 Prozentpunkte verschlechtert. Auch die Bereitschaft zur Ausbildung ist rückläufig.

„Die Unternehmen in der Region stehen weiterhin vor großen Herausforderungen – gestiegene Kosten, geopolitische Unsicherheiten und eine schleppende Nachfrage fordern sie gleichermaßen“, so Lars Bergmann, Hauptgeschäftsführer der Arbeitgeberverbände Ruhr/Westfalen. „Grundsätzlich gilt auch nach der Wahl einer neuen Bundesregierung weiterhin: es fehlt an Rückenwind. Die Politik muss jetzt Investitionen erleichtern, Bürokratie abbauen und Verlässlichkeit schaffen. Nur so können unsere Unternehmen wieder zu alter Stärke zurückfinden.“